Nicht was wir erleben,

sondern wie wir auf das Erlebte emotional reagieren

bestimmt unsere Lebensqualität 

Ihr Körper tut niemals etwas Sinnloses,

selbst wenn der Sinn nicht augenscheinlich ist

 

Wie kommt es zu einem Tinnitus?

 

Ein Tinnitus entsteht in einer akustischen Schocksituation, in der ich mental keine zufrieden stellende Lösung finde. Genau dieser Moment entscheidet darüber, wie mein gestresstes Gehirn im Hörzentrum am Temporal-Lapppen* reagiert und welche Signale es dann an die Schnecke meines Innenohres** schicken wird.

 

Die Intensität des Tinnitus ist proportional zu dem erlebten Schock.

 

  

Was ist eine akustische Schocksituation?

1.  Ich erlebe einen Schockmoment, wenn diese 3 Faktoren

     zusammenwirken.

 

  • Ich empfinde diesen Moment als traumatisch. 
  • Es trifft mich unvorbereitet. 
  • Während es mich trifft, fühle ich mich ganz allein.

 

Ob mich in einer bestimmten Situation diese 3 Faktoren gleichzeitig treffen, hängt wesentlich von meiner ganz persönlichen Prägung ab, welche für mein emotionales Empfinden verantwortlich ist. Dementsprechend werden vergleichbare Ereignisse nicht von jedem identisch empfunden und ziehen somit auch nicht die gleichen körperlichen Reaktionen nach sich.

 

2. Diesen Schock nehme ich über meinen Hörsinn wahr.

 

Ich höre etwas

und traue meinen Ohren nicht.

Das ist zu schrecklich für mich, ich will es nicht hören.

In diesem Moment habe ich das Gefühl, das darf/kann ich doch nicht wirklich gehört haben. Ich erleide einen Hörkonflikt und mein Tinnitus versucht nun dauerhaft das Gehörte zu übertönen um es auszublenden. Gleichzeitig ist der Tinnitus ein Begleiter, der vor vergleichbaren oder ähnlichen Situationen warnen möchte. Das erklärt auch, weshalb ich mich in bestimmten Situationen von meinem Tinnitus geplagter fühle als in anderen.

 

Zur Verdeutlichung nun ein paar Entstehungsmöglichkeiten:

  • Als Angestellter habe ich für meinen Chef einen neuen Markt erschlossen. Ich habe all meine Zeit und Energie geopfert und es ist für die Firma nun ein großer Erfolg. Ich werde zu einem Gespräch gebeten, doch statt der erwarteten Beförderung, werde ich gekündigt. 
  • Mein Partner informiert mich, dass er sich von mir trennt. 
  • Die Polizei kommt mit einer schrecklichen Mitteilung zu mir.
  • Ich höre wie ein Mitarbeiter mich vor allen Kollegen bloßstellt.

Ich will etwas hören, das nicht da ist,

aber unbedingt da sein muss.

Es nicht zu hören ist so unerträglich für mich, dass mein Gehirn versucht mir dieses Geräusch vorzutäuschen, um mich zu retten.

 

Zur Verdeutlichung wieder ein paar Entstehungsmöglichkeiten:

  • Ich kann die unerträgliche Stille nicht ertragen.
    Dies kommt häufig bei Menschen vor, die als Baby alleingelassen worden sind und sich nach dem Erleiden eines Verlustes wieder in diesem Gefühl der unerträglichen Einsamkeit und Stille befinden.
  • Ich besuche meinen Vater und finde ihn auf dem Boden liegend auf. Ich habe furchtbare Angst er könne tot sein. Um seinen Herzschlag zu hören, beuge ich mich über ihn, doch ich höre nichts, das kann ich nicht ertragen, da muss ein Herzschlag sein.

 

Empfinde ich zu meinem Hörkonflikt auch noch das Gefühl den Boden unter den Füssen zu verlieren, kann es möglich sein, dass ich zusätzlich noch unter Schwindel leide.

 

Erst wenn ich erkenne, dass mein Tinnitus mir helfen will und deshalb nicht als Fremdeinwirkung bekämpft werden muss, kann ich ihm entsprechend begegnen.

Psyche, Gehirn und Organ reagieren immer gleichzeitig. Daher wird mein Körper den Tinnitus erst loslassen können, wenn ich verstehe weshalb er mich begleitet und ich meinen emotionalen Hörkonflikt gelöst habe.

 

 

In der Behandlung geht es also darum den Konflikt mit seiner Ursache mental sowie emotional zu verarbeiten.